Zessack
will Präsident werden (W&O 3.
9. 2004)
Nun
doch noch eine Kampfwahl um Buchser Gemeindepräsidium
Um
das Amt des Buchser Gemeindepräsidenten kommt es nun doch zu einer
Kampfwahl: Arno Zessack von der SVP tritt gegen den amtierenden Ernst
Hanselmann an.
von
Jerry Gadient mit freundlicher Genehmigung des W&O
Drei
Wochen vor den Kormmunalwahlen ist in Buchs eine kleine Politbombe
geplatzt: der amtierende Gemeindepräsident Ernst Hanselmann von der SP
erhält kurzfristig noch einen Gegenkandidaten.
Gegen ihn tritt das 35-Jährige SVP-Mitglied Arno Zessack an, der
von der SVP im Juni als Kandidat für den Gemeinderat nominiert worden
ist.
«Überparteilich»
Hinter
seiner Nomination für das Gemeindepräsidium stehe allerdings nicht nur
die SVP, erklärte Zessack gestern auf Anfrage des W&0. Vielmehr
handle es sich um ein «überparteiliches oder gar unparteiliches»
Komitee, so Zessack.
Von
diesem Komitee liess sich gestern einzig Robert Keusch kontaktieren. Der
Präsident der Interessengemeinschaft, Einkaufszentrum Buchs (Igeb) erklärte,
dass an ihn und andere lgeb-Mitglieder immer wieder Bürger herangetreten
seien, die eine echte Wahl wünschten.
Es gehe nicht darum, dass man Ernst Hanselmann a priori abschiessen
wolle, «denn er bietet im Prinzip keine Angriffsfläche».
Doch der Wunsch sei in der Bevölkerung je länger je mehr
aufgetreten, dass es nicht einfach zu einer Bestätigungswahl kommen
solle.
Das
habe seit längerem immer wieder zu Diskussionen geführt, und irgendwann
sei Arno Zessack im Mittelpunkt gestanden, nachdem sich keiner der
bisherigen Gemeinderäte zu einer Gegenkandidatur bereit erklärt habe.
«Ein
valabler Kandidat»
Schliesslich
habe sich Zessack zu einer Kandidatur bereit erklärt, «er ist ein
valabler Kandidat und in einem Alter, wo man noch Dampf hat», sagt
Keusch. Zudem sei er auch fachlich fähig für dieses Amt.
Heute
trifft sich das Komitee, das hinter der Kandidatur von Zessack steht, um
das weitere Vorgehen zu besprechen. Der
Wahlkampf soll fair geführt werden, «ohne Schlammschlacht, sonst kann
ich nicht dahinter stehen», so Keusch. Mit der Aktion «Störefriede»,
zu dessen Exponenten Keusch gehörte, habe die Gegenkandidatur zu
Hanselmann im Übrigen nichts zu tun.
Gelassen
nimmt Ernst Hanselmann die plötzlich aufgetretene Konkurrenzsituation. «Für
mich ist es nicht überraschend, dass aus rechtsbürgerlichen Kreisen noch
ein Störmanöver kommt», weist er darauf hin, dass schon bei den Wahlen
vor vier Jahren noch ein Gegenkandidat (damals allerdings ohne dessen
Einverständnis) ins Spiel gebracht wurde. Der amtierende Gemeindepräsident
ist sich bewusst, dass «gewisse Leute» nicht immer mit den Massnahmen
und Entscheidungen des Gemeinderates einverstanden seien und seine
Position und Stellung kritisiert werde.
Trotzdem sieht Hanselmann keinen Grund, seinen Wahlkampf zu
intensivieren. Vielmehr sei
die Gegenseite mit der Beibringung von Argumenten gefordert. «Und auf
eine sachliche Diskussion freue ich mich», so Hanselmann.
Politischer
Frischling
Der
frisch gekürte Kandidat für das Gemeindepräsidium ist in Buchs
aufgewachsen und im Mai 2003 Schweizer Bürger geworden. Im gleichen Jahr
trat er der SVP bei und ist seit diesem Jahr politisch auch aktiv. Zessack
ist Finanzplaner mit eidgenössischem Fachausweis. Auf der Homepage der
SVP Ortspartei Buchs nennt er unter anderem als politische Ziele:
Sicherheit und Wohlbefinden in der Gemeinde wahren und fördern,
wirtschaftliche Rahmenbedingungen fördern zur Wahrung der
Standortattraktivität, Fiskalsätze langfristig senken, Förderung der
Jugend.
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